Moment # 6
[Redaktion] Eine bereits eingestellte Zeitschrift hat die Markenrechte auf den Namen "Moment" geltend gemacht. Da wir uns einen Rechtsstreit nicht leisten können, heisst diese Nummer unserer Menschenrechtsgazette "Noment". Schwerpunkt: Österreich Heute: Raimund Löw hat die Studenten-Bewegung noch nicht abgeschrieben, Marlene Streeruwitz will die Sprachlosigkeit beenden und Andreas Görg Konflikte um die richtigen Themen anheizen.
Moment bestellen, Noment #6 runterladen (pdf, 4,604 KB), Zur Ausgabe #5
Die Rollenaufteilung zwischen Schwarz und Blau/Orange in den sechs Jahren ihrer Regierungszeit war vielleicht etwas ungerecht. Blau/Orangewar weit weniger lustig, als sich durch wilde Personalrochaden und prägnante Typen in den Medien vermitteln ließ. Und Schwarz nicht ganz so um das Wohl des Landes und seiner gesamten, hier lebenden Bevölkerung bemüht. Tatsächlich hat Jörg Haiders Team doch einiges weitergebracht, mithilfe von Schwarz und zum Teil auch Rot.
Haider hat einiges weiter gebracht
Das strengste Asylrecht Europas etwa, die wirklich beunruhigende Ethnisierung sozialer bzw ökonomischer Konflikte – davon wird auch in Zukunft noch einiges in den Gehirnen hängen bleiben – und sicherlich konnte auch die Haltung verfestigt werden, MigrantInnen von vornherein emotional ferngesteuert zu begegnen.Statt Null-Defizit den Null-Zuzug
Die zwei Großparteien haben sich also ordentlich ins Zeug gelegt, um den Demagogen rechts der Mitte das Wasser abzugraben.Während sich die Regierungsziele mangels Erfolg vom Null-Defizit zum Nullzuzug verschoben – beides frenetisch verkündet –, blieb der Wirtschaft der schwarze Peter: weil sie mit hermetischen Grenzen und ohne ArbeitsmigrantInnen nicht existieren kann. Und während vergleichsweise Friede im Land herrscht, tobt der Kulturkampf in vielen Köpfen.
Bettelbrief an Soros?
Es gibt aber keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen, meint auch Andreas Görg in seinem Bettelbrief an den Investmentbanker und Philantropen George Soros.Es ist Zeit, sich zu sammeln und die gesellschaftlichen Konflikte wieder nach links zu ziehen. Es gilt, im eigenen Denken wieder mehr zuzulassen, als in den vergangenen Jahren festgeschrieben wurde. Könnten Sie sich etwa vorstellen, dass es eine U-Bahn-Zeitung gibt, in der über Afrikaner nicht als Drogendealer berichtet wird?
Hören Sie auf zu Schweigen und suchen Sie das Gespräch, wie Marlene Streeruwitz nahe legt. Sehen Sie nicht schwarzblau, sondern denken Sie bunt, wie das Raimund Löw in seinem Kommentar bei hoffnungsfrohen Jugendbewegungen von heute sieht. Es wird, nicht es bleibt besser.
Gunnar Landsgesell
P.S. Moment heisst vorübergehend Noment, weil eine bereits (laut Nationalbibliothek) eingestellte Zeitschrift Markenrechte geltend macht. Falls Sie Ideen für einen neuen Namen haben, lassen Sie es uns wissen!
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